Leistung
Die Energieberatung Prenzlauer Berg bietet einkommensschwachen Haushalten im Rahmen der bundesweiten Aktion „Stromsparcheck“ eine Stromsparberatung durch so genannte Stromsparhelfer an. Die Energieberatung Prenzlauer Berg hat in Berlin die meisten der derzeit etwa 50 Stromsparhelfer geschult und betreut sie weiterhin in fachlicher Hinsicht.
Die Aktion "Stromspar-Check"
Seit Dezember 2008 bietet der Deutsche Caritasverband e.V. gemeinsam mit dem Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands e.V. (eaD) einen kostenlosen Stromspar-Check für einkommensschwache Haushalte an. Die sozial- und umweltpolitische Aktion wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) sowie den regionalen Jobcentern finanziell gefördert.
Ziel der Aktion ist eine Reduzierung der Stromkosten für die Haushalte um bis zu 20 %, die gleichzeitig eine entsprechende Verringerung des CO2-Ausstoßes bedeutet. Im September diesen Jahres ging das Projekt in die zweite Phase, die noch bis Ende 2010 läuft.
Im Rahmen der Stromspar-Checks führen die Stromsparhelfer eine Bestandsaufnahme aller elektrischen Geräte des betreffenden Haushaltes durch und messen deren Verbrauchswerte. Sie geben qualifizierte Tipps und Ratschläge, wie durch einfache Änderungen des Nutzerverhaltens Strom gespart werden kann, und helfen beim Einbau energiesparender Maßnahmen wie Energiesparlampen, Steckerleisten, Wasser- Perlatoren und TV- Abschaltern. Die eingebauten Materialien sind für die Empfänger ebenfalls kostenlos.
Ein weiterer sozialer Aspekt der Aktion: Die Stromsparhelfer sind selbst Langzeitarbeitslose, die von den regionalen Energie-Agenturen speziell geschult werden, bis sie die Stromspar-Checks in den Haushalten eigenständig durchführen können.
Die Rolle der Energieberatung Prenzlauer Berg e.V. im Stromspar-Check
In Berlin wird die „Aktion Stromspar-Check“ an vier Standorten durchgeführt. Für die drei Standorte Berlin-Mitte, Steglitz- Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg hat die Energieberatung Prenzlauer Berg e.V. (EBPB) die Schulung der Stromsparhelfer übernommen.
In 100 Schulungs-Stunden erhalten die früheren Langzeitarbeitslosen durch EBPB theoretisches Hintergrundwissen und praktische Einweisung in die Handhabung der Strommessgeräte und den Einbau der Stromsparhilfen. Auch nach Abschluss der Schulung erfahren die Stromsparhelfer durch EBPB eine qualifizierte Betreuung: Auf zweiwöchentlichen Treffen (Jour-Fixe) werden fachliche Fragen diskutiert und geklärt. Bei Bedarf oder auf Wunsch bietet die EBPB eine Nachschulung für die Stromsparhelfer an.
Zudem überprüft EBPB im Anschluss an die Durchführung der Stromspar-Checks die Plausibilität und Richtigkeit der Check-Ergebnisse.
Welche Haushalte können daran teilnehmen?
Angesprochen sind alle Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld, die in einer der ca. 70 Städte und Gemeinden wohnen. In Berlin ist die Aktion bis auf Weiteres auf die vier genannten Bezirke begrenzt.
Weitere Informationen dazu unter www.stromspar-check.de.
Ergebnisse
In der ersten Projektphase (Dezember 2008 – August 2009) wurden bundesweit in 60 Städten und Gemeinden Stromspar-Checks in über 11.000 Haushalten durchgeführt. Dabei wurden Soforthilfen (Energiesparlampen, Steckerleisten, Strahlregler für Wasser usw.) im Wert von über 400.000 Euro eingebaut.
Die Stromeinsparung aller beteiligten Haushalte beträgt 4,8 GWh pro Jahr, das entspricht einer CO2-Einsparung von 3.633 Tonnen.
EBPB hat in der ersten Phase 35 Berliner Langzeitarbeitslose zu Stromsparhelfern geschult. Diese werden in den drei von EBPB betreuten Bezirken Berlin-Mitte, Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg, aber auch im Bezirk Neukölln eingesetzt. In den drei von EBPB betreuten Bezirken wurden bis Ende November Checks in fast 500 Haushalten durchgeführt.
Durch den Einbau der Einsparhilfen wurde in Berlin der durchschnittliche Stromverbrauch von im Schnitt 2.743 kWh pro Jahr um 693 kWh pro Jahr (25%) gesenkt, das entspricht einer finanziellen Einsparung von 137 Euro je Haushalt.
Auch der Wasserverbrauch wurde deutlich reduziert: Durch den Einbau von Wasserspar-Duschköpfen, WC-Stoppgewichten und Strahlreglern für Wasserhähne werden pro teilnehmendem Berliner Haushalt jährlich fast 25 m³ Wasser eingespart. In Bezug auf den vorherigen durchschnittlichen Wasserverbrauch von 80 m³ pro Haushalt ist das eine Einsparung von über 30 %, bzw. eine finanzielle Entlastung von 98,- Euro.
Die Beratung der Stromsparhelfer kann sich auch auf die benötigte Heizenergie auswirken: Hier können im Schnitt gut 400 kWh eingespart werden. Das entspricht einem Betrag von 20 Euro, so dass die durchschnittliche jährliche Gesamtersparnis pro Berliner Haushalt bei über 250 € läge.